Feeds:
Beiträge
Kommentare

2 Jahre nun

Vor 2 Jahren zappte ich durchs Internet und fand einen Menschen mit einem Gedicht. Entgegen meiner damaligen Gewohnheit schrieb ich ihn an, er hatte meine Neugierde geweckt. Er schrieb am Morgen zurück und irgendwie überzeugte er mich dass wir telefonierten. Noch ganz oft in der darauffolgenden Zeit überzeugte er mich mal bewusst mal unbewusst. Es wurde noch skurriler weil ich zu der Zeit schon sehr zurückgezogen lebte und nur ganz wenige Menschen an mich heran ließ. Wir telefonierten erst wollte ich nicht, danach war ich aufgeregt. Die Stimme flößte Vertrauen ein. Sehr schnell verabredeten wir uns und die Dinge nahmen ihren Lauf. Ich weiß wie er sich über meinen Satz lustig gemacht hat, es kann sein dass ich dich mag. Aus diesem sich mögen wurde von mir ein ihn lieben. Sehr oft forderte mich dieses „ich liebe einen Menschen“ ganz heftig.

Zwei Jahre danach liebe ich ihn noch viel mehr wie an den ersten Tagen und Monaten und genau so häufig fallen Tränen wenn er Sonntags abends wieder heim fährt. Ganz oft in den letzten zwei Jahren habe ich mich gefragt, lohnt es sich auf ihn zu warten , lohnt es sich zu warten bis seine Seele heilt , zu warten bis er mir sagen kann , dass er mich liebt und braucht. Sich ein Leben mit mir vorstellen kann und vor allem will. Zwei Jahre bin ich hin und hergerissen zwischen lass ihn gehen und es ist die Liebe deines Lebens. Zwei Jahre in denen ich wuchs und erwachsen wurde, zwei Jahre die mich erkennen ließen dass ich nicht immer mit dem Kopf durch die Wand kann.

Es sind aber auch zwei Jahre mit vielen vielen Glücksmomenten, als der Kleine das erste Mal meinte, Mama ich bin froh dass er dich glücklich macht, du hast es verdient. Die Mädels die mit Hingabe an ihn hängen. Zwei Jahre in der eine kleine Familie zusammenwuchs.

Oft lebe ich die Woche dafür dass ganz schnell Wochenende ist und dennoch möchte ich keinen Tag missen. Ich schaue ihn an und zerschmelze , ich höre ihm an Telefon und bin beruhigt.

Es sind zwei Jahre in der die Therapie ihre Früchte trug, heute weiß er dass ich vehementer dafür eintrete das Glück nicht mehr loszulassen , heute weiß ich wie sehr er mich liebt. Heute stirbt kein Schwanenkönig mehr. Er ist auf dem Weg seine Seele heilen zu lassen und sein verschmitztes Lächeln dass ich oft vor mir sehe lässt mich erwärmen , lässt mich glücklich sein.

Ich habe viel ertragen müssen in den letzten Monaten , vielmals über meinen Schatten springen müssen und doch war da jemand , der für mich da war. Er war traurig dass ich nicht um Hilfe fragte und es fiel mir so schwer das erste Mal über meine wirklichen Sorgen zu reden. Ich gab mein letztes Stück Unabhängigkeit und Mißtrauen auf und bin nicht enttäuscht worden.

Es gab so viele schwierige Momente unsere Beziehung fing unter keinem guten Stern an, was andere in späteren Jahren an Probleme hatten, hatten wir von Anfang an. Mein Argwohn dir gegenüber, mein Unglaube dass du mich liebst.

Worte können niemals erklären was ich für dich empfinde. Du weißt das wir dich bei uns haben möchten, aber das ist dein Weg den du gehen musst. Zu glauben dass Liebe über alles geht, das Zusammensein wertvoll ist und alles andere vergeudete Zeit.

Ich bin ihn gegangen und habe es nie wirklich bereut.

Alles Liebe zum 2. Jahrestag

Kontaktanzeige

Wenn ich eine Kontaktanzeige schreiben würde, würde folgendes drin stehen:

Ein Mädel ganz normal mit vielen Eigenarten sucht einen Ihn der sie versteht und sie nimmt wie sie ist
sie sucht keinen reichen nein auch keinen Schwätzer nur einen der zu ihr steht und sie  liebt
Sie sucht keinen Ja Sager , sie sucht auch keinen der super toll aussieht
Sie sucht einen der bei ihr bleibt und nicht mehr weg geht
Sie sucht einen der mit ihr Pferde stiehlt und kuschelt, der mit ihr redet und ihr Herz berührt
Sie sucht einen der nicht für sich alleine sein möchte, einen der nur sie und die Kinder haben möchte , einen der mit ihr leben will
Sie sucht keinen Romeo und auch keinen Schwarzenegger , sie sucht nur eine kleine Portion Glück
Was sie bieten kann ist nicht viel , denn sie hat ausser ihrem Herz und ihre Wärme nicht viel zu bieten, sie hat ihre Träume verloren und würde sie gerne wiederfinden
Denn sie möchte nicht mehr alleine leben.
Als Anhang bietet sie drei bezaubernde Monster , die sich nichts sehnlicher wünschen wieder eine ganz normale Familie zu sein.

Ja wenn ich ein Inserat schreiben würde, würde dies darin stehen

Was bedeutet Liebe für mich ?

In den letzten Tagen geht mir dieses Lied nicht aus dem Kopf

Wirst du mir sagen, wenn die Lichter verblassen?
Denn ich kann nicht sehen, ich kann nicht mehr sehen
Wirst du mir sagen, wenn die Lieder zuende sind?
Denn ich kann nicht hören, ich kann nicht mehr hören

Sie sagte, ich wisse nicht für wofür du lebst
Sie sagte, ich wisse überhaupt nicht wofür du lebst
Er sagte, ich wisse nicht wofür du lebst
Er sagte, ich wisse überhaupt nicht wofür du lebst

Aber ich werde rennen bis meine Füsse nicht mehr rennen können
Und ich werde küssen bis meine Lippen nicht länger nichts mehr fühlen
Und ich werde lieben, bis es meinem Herzen weh tut
Und ich werde lieben, bis es mir mein Herz bricht
Und ich werde lieben, bis es nichts mehr gibt, für das es sich zu leben lohnt

Wirst du mir sagen, wenn der Kampf zuende ist?
Denn ich kann es nicht ertragen, ich kann es nicht mehr ertragen
Wirst du mir sagen, wenn der Tag zuende ist?
Denn ich kann nicht mehr rennen, ich kann nicht mehr länger rennen

Die letzten Tage haben mal wieder einiges gefordert. Ich wurde zurückgesetzt in einer Zeit in der ich schon mal begonnen habe zu erwachen. Ich sitze hier draussen an einem Ort der Ruhe, die ich so sehr liebe.
Vor fast 25 Jahren spürte ich das letzte Mal die Freiheit wie ich sie vorgestern erlebte. Ich saß auf dem Motorrad und war frei, sah mich mit offenen Haaren ohne Helm durch die Gegend fliegen. Oft habe ich damals die Arme ausgestreckt und dachte ich würde fliegen, hinaus in die Welt. Ich war zu der Zeit so unsagbar glücklich. Wir waren nicht reich, aber ich hatte etwas, was ich so lange Zeit entbehren musste und in den vielen Jahren danach auch wieder in Vergessenheit geraten ist.
Liebe, Wärme, Geborgenheit, die Gewißheit etwas Besonderes zu sein. Der unbändige Wunsch glücklich zu werden.
Ich war mir damals sicher, daß mich nichts mehr zerstören konne. Bevor ich in mein Dornröschenschlaf fiel, wollte ich die Welt erobern, wollte Liebe geben und üben zu vertrauen. Ich war bereit den Menschen wieder zu glauben.

Ich erinnere mich an viele Orte an denen wir waren, sehe heute noch sein Strahlen, die ersten Monate bevor er begann sich zu verändern. Mit seiner Änderung begann auch meine. Ich zog mich immer mehr zurück, weinte sehr viel und aus dem liebevollsten Menschen wurde die Kälte in Person.
Ich war inzwischen zu sehr in der Realität angekommen und registrierte viel mehr. Irgendwann zuckte ich bei jeder Bewegung und Berührung zusammen. Sätze der Kindheit wurden zu Sätzen der Jugend.
Für irgendetwas mußt du gut sein, mach mehr aus dir, ich kann dein Geheule nicht mehr hören.
Aus meiner Freiheit wurde durch seine Dominanz allmählich wieder ein Gefängnis. Der Unterschied bestand darin, daß ich es bewußt mitbekam, zu der Zeit konnte ich nicht in mich hineinflüchten.
Ich ließ es zu, daß er mich herumreichte, ich ließ es zu daß er mich psychisch gefügig machte.Wenn ich aufbegehrte, schwor er mir Liebe und appelierte an mein Vertrauen zu ihm. Er wendete mit und mit alles gegen mich was ich ihm erzählt hatte. Ich ahnte damals nicht das irgendwas nicht stimmte. Doch desto mehr ich gab, um so mehr verlor er den Respekt vor mir.

Kuschelten wir früher stundenlang und erträumten die Zukunft, war ich später nur noch ein Objekt. Alle Wäreme war fort und ich hoffte auf eine bessere Zeit, dachte aber genau so häufig darüber nach zu gehen. Er war derjenige den ich zum ersten Mal vertraut habe, er war derjenige den ich glaubte. Oft sagte er, komm du bist doch dran gewöhnt, stell dich nicht so an, er verletzte wo er nur konnte. Er meinte dann, so war ich schon immer oder willst du Peter das Weichei.
Wahnsinn ist, daß ich diesen irgendwann geheiratet habe, ja vielleicht wirklich um mich zu schützen. Als er starb , starb auch ich irgendwo. Die Tränen waren geweint und ich war leer.

Heute stehe ich vor einem ähnlichen Problem, so als wollte sich die Vergangenheit wiederholen. Den Menschen den ich liebe, hat seine eigene Welt. Er lebt in dieser und wird nie bereit sein, mich als das anzunehmen was ich bin. Es entstehen Gespräche , die mir genau zeigen, wo mein Stellenwert ist und es verletzt.
Ich konnte gestern das erste Mal seit langer Zeit keine Berührung ertragen und fühlte mich wieder allein. Warum muss mein Herz sich immer Menschen aussuchen die mich nicht so lieben können wie ich es brauche. Warum schlägt auch heute noch die Vergangenheit umbarmherzig zu.

Ich bin nicht mehr bereit mich noch mal auf dem Weg zu machen , zwei mal reicht aus.
Vielleicht ist es besser dass manche Herzen schlafen und nie geweckt werden.
Ich habe wahrhaftig veruscht zu lieben und ich habe alles gegeben, doch manchmal ist alles nicht genug.

Es waren die Tränen, es waren die Erinnerungen die allmählich das letzte Vertrauen zu mir und der kalten Welt da draussen genommen haben. Es gibt halt solche wie ich die unendlich viel Wärme, Geborgenheit und Vertrauen brauchen.

Vielleicht in meinem nächsten Leben

Manchmal komme ich mir vor wie ein kleines Kind daß sich im Wald verirrt hat, dass dort ausgesetzt und nun ihren Wet zurück nach Hause sucht, diese Heimat scheint aber nur in meiner Fantasie zu bestehen. Ich schaffe es nicht mir meine Heimat so zu erschaffen, wie ich sie mir vorstelle. Ganz oft stehe ich mir selber dabei im Weg.

Wird mir weh getan, ertrage ich oder wehre mich nur halbherzig. Warum, das ist einfach , mein Herz begreift nicht , daß man gehen sollte, wenn der Gegenüber nicht bereit ist ein anderes Herz zu lieben, wie es das braucht. Man hofft das Herz so sehr zu beruhigen, dass es keine Ansprüche mehr stellt.
Ich bin im besten Begriff mich wieder mit Arbeit vollzupumpen, so daß mein Herz und auch der Kopf sich wieder beruhigt.

Ich fühle mich zur Zeit wieder wie ein hilfloses Kind. Ich stehe , verdammt wackelig auf den Beinen. In den letzten Monaten habe ich immer Entschuldigungen für alles gefunden, die Traumtänzerin wollte sich ihren Zauberberg erhalten, wollte den Zauberstab schwingen und ihre Welt erschaffen. Ich bin eine Kämpferin , doch um ein Herz kann man nicht kämpfen und vor verletzenden Worte kann ich mich genau so wenig wehren. Ich glaube sogar dass das meine Persönlichkeit ist, eine Stärke aber auch meine größte Schwäche. Sehr selten bin ich lange wütend, es wandelt sich so schnell in tiefer Trauer.
Die Suche nach der Seele die mich versteht ist ein so sinnloses Unterfangen. Wie soll ich einem Menschen erklären, bleib bei mir und lass mich frei. Umarme mich und bleibe in Entfernung. Berühre mich und schau mich nur an. Tröste mich und bring mich zum lachen.
Man kann keine Übermenschen schaffen und egal wer , er wird niemals mein Rückenhalt sein , damit ich laufen lerne. Mein Leben lang habe ich gekämpft, gehofft, alles hat seinen Sinn im Leben und irgendwann werde ich für das Durchhalten belohnt. Irgendwann kommt jemand nimmt meine Hand und versteht mich. Immer glaubte ich daran dass ich eines Tages keine verletzenden Worte mehr höre, keine die sich einbrennen, keine Kälte mehr, keinen Egoismus, dort wo man nur selber zählt.
Ich war bereit so viel zu geben und diesmal sehr bereitwillig , doch wo führt das hin. Immer wieder beruhige ich mich selber und male es mir dann wieder schön , verrücke die Realität in dem ich mich selber in Frage stelle.

Selbst jetzt glaube ich teilweise dass ich in einer heftigen depressiven Stimmung bin und wenn ich genug abwarte wird alles wieder gut. Diese Nacht war nicht viel besser, die Alpträume bleiben und immer wieder die Stunden bevor er verunglückte, immer wieder die gleichen Bilder , die gleichen Tränen. Warum verebbt nicht alles. Wie immer hadere ich mit meinem Schicksal , pendle zwischen Agression und Trauer. Auch heute brennen die Tränen und ich beisse die Zähne fest zusammen.

Heute ist mein Vorteil dass ich Menschen kenne die mich verstehen, ich bin nicht mehr alleine wenn ich reden möchte und doch wünsche ich mir , es würde einen geben nur für mich wo ich mich fallen lassen kann.

Es geht mir im Moment richtig dreckig. Heute habe ich es geschafft ein wenig aufzuräumen. Ich bin inzwischen über 48 Stunden wach. Immer wenn ich versuche einzuschlafen habe ich das Gefühl mein Geist wird schwach und ich will fort von hier.
Der Arzt schrieb auf dem Krankenschein akute Belastungsstörung, ich dachte ich hätte dies hinter mir und auch schwere Lebenssituationen reißen mich nicht mehr herunter. Hatte ich vorher schon eine gewisse Müdigkeit in mir , füllt sich diese immer mehr mit Leere. Ich habe nicht so weit gekämpft um jetzt wieder zurückzufallen.
Viele Jahre lang habe ich ertragen, gehorscht, war brav und dachte dann liebt man mich auch. Gab keine Widerworte, ich war ja dazu erzogen worden.War es bei meinen Pflegeeltern die mich systematisch zu ihrer Marionette erzogen, war es meine erste große Liebe oder später in der Ehe. Ich dachte immer wenn ich genug aus- und durchhalte wird irgendwann auch das Glück zu mir kommen.

Irgendwann im Laufe meines neu gewonnenen Vertrauens zur Liebe und auch zum Leben begann ich meine Wünsche zu artikulieren. Ich bin auf dem Bauch gelandet und diesmal habe ich nicht nur entdeckt das ich nicht in der Lage bin mich durchzusetzen sondern das ich schon wieder in eine mir aufgebaute Scheinwelt gelebt habe. Ich war der Meinung wenn ich nur fest genug lieben würde und gedulden , würde mein Gegenüber mich auch eines Tages lieb haben. Wieder war ich in der Vergangenheit. Irgendwann in den letzen Wochen entdeckte ich das ich nicht nur unglücklich war sondern auch wieder in meinem alten Verhaltensmuster.

Ich habe mich freigestrampelt obwohl ich wirklich und wahrhaftig liebe, ich habe begriffen das man einen Menschen nicht zum zusammensein zwingen kann, das es Menschen genau so wie ich es war gibt, die ihre eigene freie Welt erhalten wollen, habe erkannt wie es in Wirklichkeit aussieht.
Schwer zu schaffen macht es mir das die Kinder so leiden, ich empfinde mich als schlechte Mama weil ich es nicht verhindern konnte.

Ich wünsche mir so sehr das ich zu meiner Entscheidung stehen kann schaue aufs Telefon und hoffe auf einen Anruf. Doch ich weiß er wird nicht kommen. Die Zeit meines Erwachens hat das woran ich glaubte ins Nichts auflösen lassen. Ich glaube das sogar eine richtige Erleichterung von ihm da ist. Ich glaube inzwischen das es für mich dieses Glück nicht geben wird, weil ich nicht hart sein kann, kein Selbstbewußtsein habe noch immer mit mir und meinem Körpergefühl kämpfe.
Es war für mich komischerweise wie ein Schock zu erkennen das mir Kälte anstatt Liebe entgegenschlägt. Ich fühle mich im Moment wieder wie ein hilfloses kleine Kind der die Liebe fortgenommen worden ist, schaffe es nicht mich selber zu trösten.

Ich hoffe diese Phase geht vorrüber und ich komme da unbeschadet heraus.

beide Hände

beide Hände mit Gefühlen haltend
sie sind frei nicht wie so oft verwaltet
beide Hände könnte ich ganz weit öffnen
und dennoch würde sich das Gefühl nicht erschöpfen

beide Hände mit Liebe ich fülle
sie sind voller Wärme und keine Hülle
beide Hände ich dir entgegenstrecke
mich nicht hinter der Mauer vor dir verstecke

beide Hände dich liebend einkreisen
und dennoch lassen sie dein Herz nicht enteisen
beide Hände sie wollen dich berühren
wollen deine Wärme und Nähe tief und innig spüren

beide Hände zu deinen Augen sich strecken
sie wollen dich endlich endlich wecken
beide Hände deine Seele berühren
kannst du sie denn noch immer nicht spüren

beide Hände sie sinken herab
hängen am Körper leblos und schlapp
beide Hände auf dem Rücken sich verschränken
um sich an dir nicht auszurenken

Versöhnung mit Gott

leben ist schön

Schon oft habe ich darüber geschrieben, das mein größtes Problem mein Glaube ist. Ich hatte gelernt ein angepasstes und liebes Kind zu sein, innerlich sicher rebellierte ich , doch nach aussen spielte ich die Rolle der perfekten Tochter, der perfekten Mutter, der perfekten Ehefrau. Diese Liste lässt sich fortführen , ich musste in allem die Beste sein.

Oft habe ich erst geschrieben bevor ich etwas in Worte fassen kann. Fürchterlich gestammelt habe ich gestern und war irgendwo in Erklärungsnot, das von mir zu geben was in mir vor ging. Dabei ist die Lösung ziemlich einfach, ich söhne mich aus, Aussöhnung mit der Vergangenheit, Aussöhnung mit dem Schmerz. Ich hole mich heraus aus der Opferrolle und beginne zu leben. Akzeptiere meine vielen vielen Fehler, nein ich brauch nicht mehr perfekt zu sein und nein ich brauche keine Schauspielerin mehr zu sein, ich bin ich mit all ihren Macken und Stärken.

Das Gift der Rolle der perfekten Tochter verliert ihre Wirkung. Ich sehe ihn nur noch selten und wenn dann gibt es nur noch wenig miese Gefühle. Es neutralisiert sich. Oft habe ich mich gefragt, verliere ich das Gespenst in meinem Kopf, kann ich leben ohne mich schlecht und minderwertig zu fühlen. Doch in den letzten Wochen geschah da etwas. Ich glaube das es für “normale” Menschen kaum nachvollziehbar ist. Das düstere in mir wird hell und freundlich. Ich sehe mich nicht mehr traurig und alleine, sehe keine Dunkelheit mehr, es erhellt sich, öffnet sich.

Ich verliere meinen Glauben zurück, den Glauben das uns die Wege vorbestimmt sind, das wir etwas zu bewirken haben und es nicht unsere Sache ist zu entscheiden wo und wie es geschieht. Oft habe ich gelesen, du bekommst nur so viel zum verarbeiten, wie du gerade noch schaffst. Als Fortsetzung sage ich , wir bekommen nur so viele Lebensaufgaben wie wir gerade so eben noch erfüllen können. Nein wir sind nicht hier auf der Erde um ein schönes Leben zu haben, wir sind hier um unsere Aufgaben zu erfüllen. Sollte die Aufgabe sein, anderen Menschen zu helfen ihre Seele wiederzufinden, dann war all das was ich erlebt habe es wert. Brauchte ich das um andere Menschen zu verstehen, dann war es das. Ich habe den Glauben, wenn ich meine Aufgaben erfüllt habe, auch ich mich zurücklehnen darf und ausruhen kann.

Ich habe ein Mädel kennengelernt, klar ich habe früher durch meinen Job öfters versucht zu helfen, dort wo es ging doch ich hätte nie verstehen können , was in dieser kleinen Seele vorgeht, wenn ich nicht selber durch diese Täler gegangen bin. Ich könnte nicht streng, ich könnte nicht feinfühlig, ich könnte nicht so liebevoll versuchen zu erklären.

Früher hätte ich versucht meine Meinung aufzuzwingen, heute versuche ich Impulse zu geben. Es gibt ein Menschen in meinem Leben, der meine Seele so berührt hat, wie meine erste große Liebe. Er erkannte sehr schnell das hinter dieser Fassade mehr steckt. Ich weiß noch wie ich am Bahnhof stand verloren, verlassen und keine Lust mehr hatte zu leben. Mir war wie nach dem Tod von Jürgen alles egal. Es war ein Treffen und wenn ich sterben wollte konnte ich das auch noch morgen. Mit Gott war ich im Klintsch, er war alles schuld, er hatte mich nie sterben lassen, bestand darauf das ich hier bleiben musste, obwohl ich nicht wollte. Er war nicht anders, fordernd, verletzend, egal was ich machte. So war meine Gedankenwelt vor 18 Monaten. !8 Monate der Entwicklung. Heute sitze ich hier auf dem Balkon und geniesse die Sonne, freue mich darauf gleich den Menschen zu sehen , der mir geschickt wurde, mir die Hand zu reichen und sie festzuhalten. Ich hab damals als er die Hand nahm nicht nur zugelassen das er daran zieht, mich zurück ins Leben zieht , ich habe auch zugelassen das ich von Gott wieder gezogen werden. Genau so wenig Vertrauen wie ich zu ihm hatte, hatte ich auch kein Vertrauen in diese Hand. Anfangs ließ ich es nur geschehen, zwischenzeitlich stellte ich alles in Frage und trotzdem war da diese Hand, die sich mehr als gut anfühlte.

Dieses kleine Kind in mir machte die ersten Schritte heraus aus der Dunkelheit. Oft lief der Kopf voran und das Gefühl stolperte hinterher. Einmal noch in dieser Zeit war ich bereit alles aufzugeben. Es war die Zeit an dem meine Eltern für mich wieder mehr als sichtbar wurden, die Zeit in der ich begann mich mit meiner Vergangenheit auseinanderzusetzen. Erst habe ich sie gehasst, dann geliebt, dann war ich der Meinung war alles nicht so schlimm um sie kurze Zeit später wieder zu hassen. Heute ist es Teil meiner Geschichte. Es macht mir kein Herzrasen mehr. Heute weiß ich das Vertrauen , die Hand reichen, glauben, alles seine Zeit braucht. Das kleine Kind ist auf dem Weg eine Erwachsene zu werden und die Verantwortung für sich selber zu übernehmen. Ebenso wie die Verantwortung für ihre Liebe und ihre Familie.

Ich war oft wütend auf Gott in dieser Zeit, sagte innerlich warum schickst du mir einen Menschen den ich lieben gelernt habe, schon einmal habe ich mich getraut und es wurde mir weg genommen. Ich möchte das nicht mehr für mich haben. Schon einmal habe ich mich auf dem Weg der Heilung gemacht, obwohl ich keine Ahnung hatte was da überhaupt los war. Das Ende vom Lied war das ich wieder alleine da stand. Damals als junger Mensch bestand ich darauf nichts mehr vom Leben zu erwarten, ich funktionierte in meiner Rolle.

Ich fragte gestern diesen ganz normalen wunderbaren Menschen in meiner für ihn wohl kaum nachvollziehbaren Denkweise:

Ich bin ein Chaot , du magst eigentlich keine Chaoten
Ich bin nicht perfekt, du liebst die Ordnung über alles
Ich bin eifersüchtig, du kannst das gar nicht leiden
ich bin überaus sensibel, es nervt dich teilweise
ich könnte teilweise die Welt umarmen und hab erst mal alle lieb, du bist mehr als vorsichtig
ich bin eifersüchtig, du magst das gar nicht
ich bin verträumt, manchmal irgendwo in einer anderen Welt, du bist zielstrebig und absolut realitätsbezogen
ich glaube an die Liebe, ich glaube an ein Zusammensein, ich fühle mich nicht gefangen, du bist lieber frei und unabhängig
ich bin romantisch, zärtlich, liebevoll, verwöhne gerne , dir es es teilweise zu viel und zu einengend

Was liebst du also an mir, wenn ich nichts von dem habe was du dir eigentlich wünschst

Er meinte wir nehmen von allem die Hälfte und fügen meine Hälfte dazu

Der Satz ist ziemlich schlicht und doch erklärt er die Bereitschaft aufeinander zuzugehen, die Bereitschaft sich weiter die Hände zu halten, mal der eine mehr mal der andere.

Aus der kleinen grauen Maus, die sehr ängstlich nach aussen geschaut hat, aus dem Mädchen das nicht mehr leben wollte, ist eine sehr neugierige mutige geworden, die bereit ist für ihre Ideale einzustehen. Klar sind dort noch viele alte Verhaltensweisen, die gewöhnt man sich auch nicht so schnell ab. Denn was man sich in all den Jahren angewöhnt hat, gewöhnt man sich nicht innerhalb von Tagen ab.

Heute bin ich mir sicher, ich wäre nicht diejenige die hier so sitzen würde und herumtipselt, wenn ich nicht durch die Vergangenheit und meinem Schicksal geprägt worden bin. Klar ich habe ein paar Macken, doch nicht mehr wie jeder andere auch. Ansonsten sitzt hier ein Mensch mit sehr viel Gefühl und noch mehr Verstand. Ein Mensch, der es gegeben ist, trotz allem zu lieben und Liebe zu geben. Die lernt für ihr Glück zu kämpfen und auch Entscheidungen zu treffen wenn ihr etwas nicht gut tut.

Die Aussöhnung mit mir, meiner Seele, der Vergangenheit und Gott

gefunden in Jappy

Bevor Du urteilen willst,
über mich oder mein Leben,
ziehe meine Schuhe an
und gehe meinen Weg.
Durchlaufe die Straßen,
Berge und Täler.
Fühle die Trauer,
erlebe den Schmerz
und die Freude
und erst dann…
dann kannst du über mich urteilen!

Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.